Irmela & Ich in Asien

Saturday, May 06, 2006

Ausflug Goldener Felsen

Unser erster selbstorganisierter Ausflug fuehrte uns in die lichten Hoehen der Bergdschungel des Mon-Staates zur Kyaikhtiyo Pagode oder einfacher zum Goldenen Felsen, der auf einer flachen Kuppel auf 1100m direkt am Rande eines Abgrundes thront.
So machten wir uns bereits in den fruehen Morgenstunden mit einem local Bus nach Kinpun auf, von wo aus man auf einer der Ladeflaechen eines Pick up's zusammen mit ca. 40 weiteren Passagieren zu einem Camp ca. 45min unterhalb des Felsens gebracht wird. Gesagt getan, nach 3h nicht klimatisierter Fahrt kammen wir erschlagen und durchgeschwitzt im Ort am Fusse des Berges an. Den Massen folgend wurden wir, wie Kuehe oder Schweine, auf die Ladeflaeche eines Pick up's gepfercht und auf ca. 10 qcm 45 min. durchgeruettelt.
Dies geschah jedoch ganz zur Freude der ca. 45 Burmesen unter denen wir uns befanden...und gastfreundlich wie sie sind, luden sie uns doch auch gleich auf eine Runde Betelnuss ein.
Dazu sollte man wissen, das die Nuss je nach Mischung anregend und beruhigend wirkt. Der Speichel faerbt sich beim Kauen rot und wir immer wieder ausgespuckt und das Resultat nach langjaehrigen Kauen ist das, was man in vielen Laendern Asiens beobachten kann,.....rot bis schwarze Zaehne.
Um nicht unhoeflich zu erscheinen liesen wir uns schliesslich auf eine Runde Betelnuss ein, wir muessen jedoch ziemlich seltsame Grimassen gezogen haben, da uns eines der Maedchen, nach allgeimeinem Gelaechter auf dem PickUp, eine Tuette reichte um die Nuesse wieder auszuspucken.
Am Basislager ca. 45min. unterhalb der Pagode mussten wir die Fahrt leider beendent, da es ab jetzt heisst zufuss gehen, unser Glueck jedoch war, dass sich 5 min. entfernt von hier unser Hotel befand und wir uns erst mal fuer ein paar Stunden in super weiche Betten fallen liessen, bevor wir uns wie hunederte Burmesen auf den Weg zu einem der bekanntesten Pilgerorte des Landes machten. Besonders lohneswert ist dieser Aufstieg vorallem wegen des birmanischen Lebens, welches sich rund um das Heiligtum abspielt. Familien von 3-4 Generationen pilgern hier zusammen herauf, lassen sich mit dem Felsen fotografieren, essen gemeinsam in ihren Pilgerunterkuenften oder sitzen einfach zusammen und geniesen den Ausblick in das weitlaeufige Land.
So stiegen wir gegen Einbruch der Dunkelheit hinauf zum Felsen, gemeinsam mit anderen Pilgern lieferten wir uns wechselnde Ueberholmanoever, bis wir schliesslich erschoeoft und wieder mal durchgeschwitzt oben angelangt waren...
Zu unserem Erstaunen mussten wir hier feststellen, dass sich ausser uns noch genau drei weitere Touristen inmitten der ca. 2000 Pilger befanden, was uns zu einem weiteren Highlight fuer die burmesischen Pilger machte und wir, wir lernten einiges ueber das harte Leben eines Models, da wir als beliebtes Fotomotiv auserkoren wurden und wahrscheinlich inzwischen in ueber 50 burmesischen Wohnzimmern haengen. Zusammen mit der gesamten Familie oder mit jedem einzelnen Mitglied und im Hintergrund der Felsen...... immer schoen laechelnd.
Nach einem wahren Fotomarathon wurden wir von La La, dem Oberhaupt der Familie, welche sich bereits im Pick up sehr um uns bemuehte gerettet und in ihre Pilgerunterkunft zum Essen eingeladen. Etwas verunsichert folgten wir ihr, hindurch duch ein richtiges Tunnelsystem, bis zu ihrem Zimmer. Nur mit Bambusmatten ausgelegt nahmen wir zusammen mit ca. 6 weiteren Personen im hinteren Eck des Zimmers platz. Was wir aufgrund der Dunkelheit nicht merkten war, dass es sich anscheinend herumgesprochen hat, dass wir zu besuch sind und der Raum sich nach und nach fuellte, bis sich schliesslich ca. 20 Burmesen um uns scharrten. So sassen wir nun zusammen, wurden zu Reis, Nuessen und weiterem undefinierbaren Essen eingeladen und versuchten uns mit meiner Digitalkamera, Haenden und Fuessen zu verstaendigen......
Zwei Stunden spaeter suchten wir uns in totaler Dunkelheit den Weg hinunter zu unserem Hotel, auf dem uns selbst jetzt noch Nachts um 10 Uhr Familien entgegen kammen, die hinauf zum Felsen pilgerten.
Ausgeschlafen und gestaerkt ging es am naechsten morgen den gleichen Weg wieder hinunter ins Dorf und zuerueck nach Yangon.......

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