Irmela & Ich in Asien

Monday, May 08, 2006

Inle Lake - Venedig von Myanmar

Gewusst dass drei Wochen Myanmar ziemlich an den Kraeften zehren wird, hatten wir uns bereits im vorhinein dafuer entschieden mehrer Tage in den angenehmen Klimazonen des Inle Lakes zu verbringen. Zusammen mit Georg, der sich mit dem Fahrrad von Kalaw aus auf den Weg machte, entschieden wir uns fuer das gemuetliche Aquarius Inn Guesthouse in Nyaungshwe, noerdlich des Inle Lakes, wo wir auch gleich unseren zukuenftigen Mitreisenden Adam, aus Schweden, kennenlernten.
Da der Nachmittag von heftigen Regenschauern gepraegt war, genossen wir die Zeit, diesmal sogar mit meinem Flecepulli bekleidet, auf der Veranda mit lesen und unserem neu gelernten Kartenspiel, Shit Head.....

Fuer den naechsten Tag hatten wir uns eigentlich eine Tagestour ueber den See vorgenommen, was wir allerdings nicht miteinberechnet hatten, war ein Zyklon der sein Unwesen an der Kueste trieb und somit regen, regen, regen und nochmal regen im Landesinneren verbreitete.
Kurzerhand entschlossen wir die Kanutour auf einen der naechsten Tage zu verschieben und uns mit Regenschirm bewaffnet erst mal zum Markt durchzukaempfen.
Mit Karotten, Suessigkeiten und anderen Leckereien sassen wir letztendlich wieder bei einer gemuetlichen Tasse Tee auf unsere Terrasse und hofften, die naechsten Tage vielleicht etwas mehr Glueck mit dem Wetter zu haben.


Von unserem persoenlichen Wettermann, dem Besitzer des Aquarius Inn, erfuhren wir in den Abendstunden, dass es wahrscheinlich noch einen weitern Tag dauern wuerde, bevor sich die Sonne wieder durch die Wolken kaempfen wird, also planten wir kurzerhand um und machten am naechsten Tag einen Ausflug zum Pagodenwald nach Kakku.
Das Gebiet der Pa-O, ein zurueckhaltendes, friedliches Volk, in dem sich die 2500 Stupas befinden ist erst seit wenigen Jahren fuer Auslaender zugaenglich und kann selbst heute nur mit Begleitung eines Pa-O Guide besichtigt werden.
Ein Highlight auf diesem Trip waren allerdings nicht die 2500 Stupas, sondern eine Einfuehrungszeremonie junger Moenche, die wir auf unserem Weg beobachten konnten.
Dabei werden die Jungen als Prinzen verkleidet und die ganze Familie feiert dieses Ereignis mit lauter Musik und Gesang, da es fuer jede Familie eine Ehre ist, wenn sie ihre Soehne ins Kloster verabschieden koennen.
Auf unserem Heimweg machten wir in einem der kleinen Doerfer halt, indenen die Einwohner vorallem vom Verkauf der thanaphet-Blaetter leben, welche zur Herstellung der Zigarren verwendet werden und auch hier wurden wir wieder mit offenen Armen empfangen. Ein Weisser - Pho zeigte uns wie sie die Blaetter auf grossen Steinoefen trocknen und lud uns im Anschluss in sein Bambushaus, ( Kueche, Wohnraum und Schlafzimmer) zum Tee ein, waehrend er uns von seiner Familie erzaehlte.......

Lang ersehnt machten wir uns am folgenden Morgen, bei leichter Bewoelkung zusammen mit Adam und Georg zum Bootssteg auf. Ausgeruestet mit Regenjacken, Plastikfolien und Regenschirmen setzten wir uns hintereinander auf die Holzsthuehlchen des Einbaumkanus und fuehren ueber den Nankand Kanal hinaus auf den groessten See Obermyanmars....
Unser Ziel war der im Sueden des Sees stattfindende Markt, zu unserem Bedauern mussten wir allerdings feststellen, dass wir aufgrund der Preisdiskussionen mit den Bootsfahrern, etwas zu spaet waren, der Markt sich bereits dem Ende neigte und wir somit nur noch die Verladungskuenste der Burmesen beobachten konnten.
Weiter fuehrte uns unser Boot durch Doerfer, die komplet auf Holzpfaehlen erbaut sind, zu verschiedenen Handwerksfamilien, die Seidenartikel und Zigarren herstellen.

Nach einem leckeren Mittageessen auf einem Balkon ueber dem See ging es weiter zur Phaung Daw U Pagode. Bekannt ist diese Pagode, da sich hier fuenf Figuren befinden die dem Koenig im 12 Jh. aus Malaysia mitgebracht wurden. Die Bildnisse stellten einst Buddha und seine Juenger da, was man heute allerdings nicht mehr erkennen kann, da die Figuren ueber Jahre von glaeubigen Maennern ( Frauen ist es leider nicht gestattet) mit Goldplaettchen ueberklebt wuerden und man somit heute nur noch fuenf undefinierbare ovale Gebilde bewundern kann.......

Vorbei an "schwimmenden Gaerten" -dies ist eine Besonderheit des Sees, hierbei wird auf verflochtenem Unkraut Schlamm angehaeuft, die mit Stangen im Grund des max.3m tiefen Sees verankert werden, um schliesslich Tomaten, Blumenkohl und anderes Gemuese darauf anzubauen.
-durch die Kanaele an freudig winkenden und "Hello" rufenden Kindern, kammen wir an einem der bekanntesten und aeltesten Kloester des Sees, dem Nga Phe Kyaung an.
Neben seinen riesigen, rot bemalten und zur Haelfte mit goldenen Mustern verzierten Teakstaemmen, ist das Kloster vorallem wegen seinen dressierten Katzen bekannt und wird unteranderem auch "Monastery of the jumping cats" genannt.

Erfreut darueber, dass sich die Sonne endlich durch die Wolken kaempfen konnte, genossen wir die letzten wunderschoenen Eindruecke des Inle Lakes, vorbei an den bekannten Beinruderern -hiesige Fischer benuetzen diese Technik noch heute, um ihre Haende fuer die Netze frei zuhaben. Die Ruderer stehen auf einem Bein am Heck des Bootes, waehrend das andere Bein um as Paddel geschlungen ist und damit das Boot mit schraubenartigen Fussbewegungen vorwaerts bewegt wird-
fuehrte uns der Weg zurueck in den heimischen Hafen.



Begeistert von dem einzigartigen Flair, das der See auf uns ausgestrahlt hat, wollten wir auch den letzten Vormittag den wir in Nyaungshwe hatten nuetzen und auf dem Wasser verbringen.
In Zweier Kanus ging es diesmal, zusammen mit Adam und Christian, durch die Kanaele der Stadt, vorbei an Frauen die ihre Waesche wuschen, Kinder die badeten oder Maennern die Fische fingen, paddelte uns unser Fahrer 3h durch die schmalen Wasserstrassen. Hier konnte man das Leben entlang der Kanaele nochmal aus naechster Naehe bewundern und letzlich auch verstehen, warum man dem Inle See auch "Venedig von Myanmar" nennt.

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