Irmela & Ich in Asien

Monday, August 21, 2006

Eine Nacht im Longhouse

Obwohl sehr touristisch, beschlossen wir eine Tour zu einem Iban Longhouse zu buchen und dort fuer eine Nacht zu bleiben.
Langhaeuser sind traditionelle Wohngemeinschaften, wobei bis zu 25 Familien unter einem Dach zusammen leben. Jede Familie verfuegt ueber private Raeume, das Alltagsleben und gemeinsame Abende werden jedoch zusammen vor den Wohnungen verbracht. Hier wird zusammen gefeiert, spielen die Kinder, wird diskutiert oder man haelt einfach bei Gelegenheit ein Schlaefchen.
Nach 5 h Anreise von Kuching mit Minibus und Boot erreichten wir schliesslich das von uns gewaehlte Longhouse.
Nachdem wir unsere Pferdebox aehnlichen Schlafplaetze bezogen haben ( man muss sich ein Hallen aehnliches Gebaeude vorstellen indem einfache Trennwaende den seitlichen Blickkontakt zum Nachbarbett verhindern. Nach vorne und oben ist jedoch alles offen) uns noch eine Tasse Tee zu uns genommen haben wurden wir von unserm Guide Paul in das Langhaus Leben eingefuehrt. Neben den privaten Raeumlichkeiten und dem Gemeinschaftsareal gibt es in jedem Longhouse auch einen Chief, der das sogenante Oberhaupt der Gemeinschaft repraesentiert.
Bereits durch seinen Sohn vertreten lernten wir den Chief des Longhouses kennen. Der 87-jaehrige hat bereits 3-Nachfolgergenerationen, die mit ihm zusammen im Longhouse leben.
Um auch den touristischen Teil der Tour nicht zu verpassen, nahmen wir zusammen mit ca. 20 weiteren Touristen an einer traditionellen Tanzvorfuehrung teil. ( wir weigerten uns allerdings als Einzige den Nashornvogel Tanz nachzuahmen;-))))
( es war schon genug Quall, die anderen Touristen dabei zu beobachten)
Als die meissten der anderen Touristen bereits wieder zurueck in ihre Unterkuenfte verschwanden, blieben Irmela und ich, als eine der Wenigen im Longhouse zurueck. Unser Glueck!
Vom Chief wurden wir zur 1 jaehrigen Geburtstagszeremonie seines Urenkels eingeladen. Erfreut darueber folgten wir der Einladung in die Wohnung der Familie. Hier wurde bereits zu Ehren des Geburtstagskindes ein Gottesdienst abgehalten und zu unserer Verwunderung sangen sie Lieder, die auch in unseren Gottesdiensten regelmaessig gesungen werden. Hier natuerlich in malayischer Sprache.
Nachdem der Gottesdienst beendet, die Geschenke ueberreicht und die Torte angeschnitten war, wurde die Party in den, um einiges groesseren Raum, vor der Wohnung verlegt.
Frauen und Kinder verteilten das Essen und die Maenner gingen mit Reiswein und Reisschnaps ihre Runden. Zusammen mit unserem Guide Paul und den anderen Longhouse Mitgliedern sassen wir noch ein bisschen, bevor wir todmuede in unsere Boxen fielen....
Von Huehnergegacker bereits frueh aus dem Schlaf gerissen, bekammen wir nach dem Fruehstueck eine kurze und zum Glueck auch verletzungsfreie Darbietung des Hahnenkampfs. Die hier noch weitverbreitete und beliebte Art des Zeitvertreibs bei der 2 Haehne, mit scharfen Klingen an den Krallen befestigt aufeinander los gelassen werden, ist in vielen andern Laendern wie z.B auch Indonesien/Bali zum Glueck bereits verboten. Hier in Borneo finden die Kaempfe jedoch noch immer statt.
Vom Hahnenkampf ging es weiter zum Blowpipe schiessen, wo wir sogar nach ein paar Versuchen unsere erste Guave aus ca. 4 Meter Entfernung erlegten.
Noch eine kleine Wanderung durch den Dschungel und gelernt wie man Indianer Jons Fallen legt und schon befanden wir uns wieder auf dem Weg Richtung Kuching.
Bevor wir allerdings zurueck in die Katzenstadt fuhren machten wir noch einen Stop im Semenggoh Wildlife Center. Das Auswilderungszentrum ist Heim von ca. 22 Orang Utans und aehnlich wie im Sepilok Orang Utan Center kann man auch hier mit Glueck waehrend der Fuetterungszeiten die Waldbewohner aus der Naehe betrachten.
Als wir die Fuetterungsplattform erreichten, war neben den 100ten menschlichen Affengestalten leider nur ein Orang Utan in ca. 15 m Entfernung vor Ort. Dieser genoss jedoch die freie Auswahl an Bananen und Zuckerrohrstangen.
Von dem genuesslich essendem Orang Utan fasziniert, merkten wir gar nicht, wie die meissten der Touristen bereits wieder verschwanden. Wieder einmal ganz zu unserem Glueck. Von einem Park Angestellten bekammen wir den Hinweis, wir sollten zu einer anderen Fuetterungsstelle wechseln, da sich ein grosser O.U. und ein Muttertier mit Baby auf dem Weg dorthin befinden...
Noch wussten wir nicht wie er aussah, doch den Bauemen nach zu beurteilen, die sich wie im
Film Jurassic Park in der Szene als sich T-Rex aus dem Dschungel naehert, hin und her bewegten, musste sich um etwas grosses handeln. Und da warer schliesslich auch... Richi.
27 Jahre alt und ca. 200 kg schwer mit langer roter Haarpracht behaengt tauchte er zwischen den Aesten der Baeume auf und bewegte sich auf die Fuetterungsplattform zu.
Hier liess er sich genuesslich nieder und machte sich ueber Bananen und Cocusnuesse her, die er mit ein paar flinken Hand- und Zahngriffen so eben mal oeffnete.
Ganz von Richi begeistert bemerkten wir erst gar nicht, wie sich mit etwas Abstand die junge Mutter mit ihrem 4 jaehrigem Nachwuchs naeherte. Schnell ein paar Bananen geklaut zog sie sich zusammen mit ihrem Baby auf einen seperaten Ast mit etwas Abstand zum Aeltesten zurueck.
Wir blieben bezaubert, von dem nur 2 m entferntem, wunderschoenem Orang Utan Richi und dem herumtollendem Baby, noch bis auch der letzte Speicherplatz unserer Kameras ausgekostet war, um dann gluecklich ueber die Erlebnisse der letzten 2 Tage nach Kuching zurueck zukehren.

Wednesday, August 16, 2006

Kota Kinabulu...

Vor Uncle Tan's Haustuere wurden wir von einem komfortabelen Langstreckenbus aufgegabelt, der uns nach Kota Kinabulu brachte. Nachdem ich mir Benn's Ipod mit allen Folgen der Serie Lost unter den Nagel gerissen hatte, haette die Fahrt von mir aus gerne noch ein paar Stunden dauern koennen, unsere Hintern und knurrenden Maegen waren allerdings froh, nach 6 h Fahrt die Stadt nahe des hoechsten Berges Sued-Ost-Asiens zu erreichen.
Da Benn bereits zum Zweitenmal in der Stadt war ersparten wir uns die laesstige Suche einer angemessenen Unterkunft und liessen uns gleich zur Tropicana Lodge im Herzen der Stadt bringen. Begruesst von den herzlichen Mitarbeiterinnen und ihrem kleinen wollknollartigen Hund, mit denen wir auch das Zimmer teilten, fuehlten wir uns gleich heimisch und beschlossen fuer die naechsten Tage hier zu bleiben.
Noch schnell die Sachen ins Zimer geschmissen und ab zum naechsten KFC:-)) mmmhhh
Den naechsten Tag hiess es erstmal organisatorisches erledigen, bevor wir uns auf den Weg zum Sabah Museum machen konnten. Neben der Geschichte der verschiedenen Volksgruppen des Staates Sabahs befindet sich auch ein Bereich ueber die Tierwelt Sabahs im Museum und zu unserem erfreuen konnten wir feststellen, dass wir die meissten dieser Tiere von Nashornvoegeln ueber Wildkatzen zu Schildkroeten auf unserer Reise durch Borneo bereits in freier Wildbahn beobachten konnten:-))
Mit leeren Maegen fanden wir uns inmitten des Philliphinen Marktes wieder, wo wir uns von den verschiedensten Staenden ein leckeres Abendessen kreirten und die wunderschoene Sonnenuntergangs Stimmung am Meer genossen.
Waehrend sich Benn am naechsten Morgen auf den Weg machte Mount Kinabulu zu erklimmen fuhren wir zu einem Schnorcheltrip auf die Insel Sapi im Tuanku Abdul Rahman Nationalpark.
Nachdem wir ja bereits eines der Top Tauchgebiete der Welt hinter uns hatten, beschlossen wir nach einer Runde im Wasser das, hier ausnahmsweise mal interessantere Geschehen ueber der Wasseroberflaeche zu beobachten.
Japanische und koreanische Familien die hier ihren Badeurlaub verbringen!!!!
Die meisste Zeit liegen sie dabei mit ihren uebergrossen roten Schwimmwesten, Gummi Schuhen, Schnorchel und Brille im knietiefen Wasser und versuchen unter dem aufgewirbelten Sand der 100 anderen einen Fisch zu entdecken und wenn sie dann zufaelligerweisse auch noch das Glueck haben sollten, ein verwirrtes Wesen, inmitten dieser Gestallten zu finden, fangen sie lauthals an zu kreischen....
Naja, wir hatten jedenfalls unseren Spass dabei und holten uns noch schnell einen Sonnenbrand am weissen Sandstrand, ich glaube es gibt Schlimmeres :-)))

Monday, August 14, 2006

Auf Affensuche mit Uncle Tan

Nachdem wir waehrend der Morgenfuetterung, im Sepilok Rehabilitation Center, bereits unsere ersten Orang Utans bewundern konnten fuehrte uns unser Weg zum Buero von Uncle Tan. Hier buchten wir schon ein paar Tage zuvor einen 3Tage/2Naechte Trip auf dem Kinabatang River in den Dschungel Borneos.
Auf dem Programm stand Nachtsafari, Morgensafari, Dschungel Trekking und Nachtwalk... alles in der Hoffnung moeglichst viele freilebende Tiere zu entdecken.
Nach eineinhalb stuendiger Autoanreise hiess es umsteigen ins Boot und nochmal ca. 1h Flussaufwaerts schippern. Bereits auf dem Weg zu unserem Dschungelcamp konnten wir Makaken Affen und die seltenen, nur in Borneo lebenden Nasenaffen erspehen:-))
Nach reichhaltigem Abendessen ( sogar mit Shrimps) und nicht dem ueblichen Dschungel Reis und Kraeckern, die wir von unseren frueheren Touren bereits ausfuehrich kannten, ging es zusammen mit Lan unserm Guide auf zur Nachtsafari.
Zu unserem Erstaunen erspehte Lan vom Boot aus neben Eulen, schlafenden Eisvoegeln, Affen, Krokodil Augen, die kleinsten Tierchen am Uferand, die wir alle verzweifelt versuchten auf unserer Speicherkarte festzuhalten.
Am naechsten Morgen ging es nach einer kurzen Nacht um 6 Uhr zur Morgensafari.
Hier zeigte sich uns neben den Affen, der Nashornvogel mit Gefaehrten, Eisvoegel, Adler, monitor Lissard ( riesen Eidechse), Krokodile und eine Schar von Biebern.... wir konnten uns also nicht beklagen.
Den Nachmittag verbrachte ich doesend in einer der Haengmatten die ueber das Campgelaende verteilt sind, bis mich ein paar kaempfende und kreischende Affen ueber meinem Kopf aus dem Schlaf rissen und ich mich entschloss zu Kaffe und Pancake zur Veranda zu wechseln...
Auf die Nachtsafari, auf der man zum groessten Teil nur Froesche, Insekten und anderes klein Gezeugs erblickt, verzichteten wir und machten uns lieber zusammen mit zwei Schotten, Benn aus Irland und Lan einen gemuetlichen Abend.....
( Spaeter wurde mir auf der Toilette sowieso noch, von einem handgrossem Frosch, Gesellschaft geleistet. Wie ihr seht, ich habe nichts verpasst.)



Saturday, August 12, 2006

Gesichter der Insel Mabul

Friday, August 11, 2006

Waffen, Gin und Luftballone

Eigentlich wollten wir nur eine ruhige Nacht auf der kleinen Insel Mabul verbringen.... aber erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt;-)
Nachdem wir uns nach unseren letztem Tauchgang auf der Insel absetzten liessen, hiess es allerdings erstmal einmal um die Insel und unsere Unterkunft in einem typischen Langhaus, auf der anderen Seite suchen. Ich kann euch jedoch beruhigen, die Insel ist so klein, dass man sie in ca. 30 min umrundet hat:-)
So machten wir uns auf den Weg, durch die Fischerdoerfer, hindurch ueber Vollyballfaellder durch Scharen von spielenden Kindern, die aufgeregt vor unseren Kameras posierten. Es schien dass, die Fischer und Hotelangestellten, was die meisten der auf der Insel lebenden Malaien von Beruf sind, gerade alle von der Arbeit zurueck gekommen waren und so konnten wir das lebhafte Inselleben hautnah miterleben....bis wir letztenendes doch noch unser Longhouse fanden.
Hier liessen wir uns auf der Terasse mit direktem Blick aufs Meer nieder und genossen neben dem leckeren Abendessen, hier gab es natuerlich frischen Fisch, der von der netten Familie fuer uns zubereitet wurde, den Sonnenuntergang. ....
Nachdem ich es mir auf einem bequemen Stuhl auf der Terrasse zusammen mit Musik und einer kleinen Katze gemuetlich gemacht hatte, musste ich gegen 9 Uhr feststellen, dass sich Irmela und ein paar der anderen Maedels, die ebenfalls eine Nacht auf der Insel verbrachten, bereits schlafen gelegt haben.
Fuer mich die beste Gelegenheit um Irmelas Geburtstagsluftballone aufzupusten....von wegen.
Den letzten Luftballon vor Jahren aufgeblasen, merkte ich bereits nach dem Ersten, dass ich irgendwie die Taktik verloren hatte und die ganz kleinen Ballone nicht aufblassen konnte.
Sehr zum erfreuen der zwei malaysischen Jungs die sich ebenfalls auf der Terasse niedergelassen hatten. Nach nur wenigen Minuten kam auch schon der erste der Beiden und bot mir seine Hilfe an..wobei ich hier zufuegen muss, dass die Jungs auch nicht alle Ballone aufblassen konnten. So hatten wir drei riesen Spass zusammen den Strauss von Ballonen aufzublasen, die ich fuer Irmelas Geburtstag am naechsten Morgen als Dekoration anbringen wollte....
Wieder fuer mich alleine genoss ich zusammen mit der kleinen Katze, die es sich auf meinem Schoss gemuetlich gemacht hatte, das Rauschen des Meeres und den hell leuchtenden Vollmond. Doch auch dies hielt wieder nicht lange an.
Nach und nach fand sich eine Gruppe Maenner auf der Terasse ein... erst einer, dann zwei... bis sechs Maenner, fuenf Flaschen Gin und eine Flasche Sprit die Runde vervollstaendigten..
Nachdem ich noch einigen Minuten meiner Musik lauschte wollte ich mich eigentlich vorbei an der Gruppe auf den Weg zum Bett schleichen...eigentlich.
Um nicht unfreundlich zu erscheinen, nahm ich die Einladung auf ein Glas Gin an, um mich anschliessend zu verabschieden.
So sass ich nun zusammen mit zwei malaysischen Tauchguides, zwei Polizisten, einem Securityman und einem Freund des Hauseigentuemers auf der Terasse und trank artig mein Glas Gin... es dauerte nicht lang bis auch Sandra und Jaque, ein Paearchen aus der franz. Schweiz, zur Unterstuetzung unsere Gruppe verstaerkten.
Nachdem ich dann auch noch von Irmelas Geburtstag am naechsten Morgen erzaehlte, blieb es natuerlich nicht bei einem Glas und wir entschieden uns alle bis 12 Uhr zu warten, um Irmela eine kleine Geburtstagsparty zu bieten.
Kurz vor 12 fiel ich, bereits leicht kichernd, in Irmelas Zimmer ein und fragte sich (natuerlich ganz unscheinbar) ob sie nicht noch ein bisschen auf die Terasse kommen moechte.
Mit einem offenen und einem geschlossenem Auge stimmte sie zu in ein paar Minuten zu kommen. Nicht ahnend, dass bereits einer der Polizisten vor der Tuer auf sie wartete, um sie zur Terasse zu geleiten, wo wir sie alle mit einem Geburtstagsstaendchen begruessten...
Zusammen sassen wir noch bis ca.3 Uhr auf der Terasse, sangen den Baracudapoint Song, tranken artig ein paar weitere Flaschen Gin und machten interessante Geburtstagsfotos:-) ( Fotos folgen) bevor wir todmuede in unsere Betten 2 m ueber dem Meer in tiefen Schlaf fielen.
Den naechsten Morgen hiess es natuerlich erstmal ausschlafen bevor wir uns mit unseren Kameras bewaffneten und eine Runde um die Insel zogen...
Vorbei an z.T sehr armen Siedlungen bis hin zum noblen Sterne Resort war auf unserem Spaziergang alles vertreten.
Wir entschlossen uns letztendlich fuer ein kleines Geburtstagseis aus dem Resort Shop und machten uns auf den Weg zurueck zum Steg, wo wir darauf warteten von unserm Tauchschulboot wieder aufgegabelt zu werden.....

Thursday, August 10, 2006

Traumhafte Unterwasserwelt Sipadan:-)

Mit dem Tauchvirus infiziert, brachte uns eine Airasia Maschine am fruehen Montagmorgen von Johor Bahru nach Tawau auf Borneo, wo uns eines der Top 5 Tauchgebiete der Welt erwarten sollte:-))) Vom Festland ging es auf die Insel Sipadan. Vor der Insel fallen ueppige Korallenriffe steil ins Meer ab und sind von farbenfrohen Fischen bevoelkert.....
Ich moechte euch jetzt aber gar nicht mehr lange mit Beschreibungen nerven... seht einfach selbst und geniesst wie wir es getan haben :-))))
Liebe Gruesse Eure Wasserratte:-))))


























( Nur zur Info, die Bilder haben wir alle selbst auf unserem Fotodive geschossen:-)))

Monday, August 07, 2006

Uebemuedet nach Melaka...

Nachdem wir am Abend mal wieder nicht ins Bett gekommen sind, mussten wir uns absolut unausgeschlafen aus den Betten begeben, um den Bus gegen 10 Uhr nach Melaka zu erreichen, wo wir gerade mal einen Tag Zeit hatten, bevor wir am Abend weiter nach Johur Baru fuhren, da von dort am naechsten Morgen unser Flug nach Borneo gehen wuerde.
Melaka ist die aelteste Stadt Malaysias, was sich in der Altstdt glorreich wieder zeigt.
Um 1400 wurde die Stadt gegruendet und nacheinander von Portugiesen, Hollaendern und Briten erobert und jedes dieser Laender hat seine Spur in der Stadt hinterlassen.
Im frueheren Verwaltungsviertel der Hollaender z.B sind saemtliche Gebaeude lachs- bis rostrot gestrichen und gegenueber des Stadhuys, dem Rathaus von 1650, indem das Historische Museum untergebracht ist, befindet sich eine Windmuehle....
Wir machten uns,leider nicht wie all die anderen Touristen, die sich mit den bunt geschmueckten Trishaws durch die Stadt fahren liesen, zu Fuss auf, um das historische Melaka zu erkunden. Zuvor packte uns jedoch der Hunger und deswegen machten wir uns schnell nach Little India auf, um leckeres Chicken Masala auf Bananenblaettern zu essen... mmmh. Zusammen mit indischem Tee fuer ca. 1.50 Euro pro Person.Unser naechstes Ziel war die im Norden der Stadt gelegene malayische Viertel Kampung Morten mit seiner Villa Sentosa, direkt am Melaka Fluss. Das gesamte Viertel liegt quasi auf einer Landzunge und wird von den Bewohnern in einem ganz liebevollen Stil bewahrt. Niedliche Holzhaeuser mit Gardinen und Verzierungen reihen sich ein neben sehr gepflegten Gaerten.
Zurueck ging es durch Chinatown, vorbei am Tan-Deng-Seww-Uhrturm aus dem Jahre 1886, nebenan die 1753 errichtete Christus-Kirche hinauf auf den St.-Pauls-Huegel von wo aus man die Sicht aufs Meer geniesen kann und die Ruinen der 1521 von Portugiesen erbauten St.-Pauls-Kapelle besichtigen kann. Ihr seht selbst hier ein bunter Mix aus den verschiedensten Kulturen.
Ausklingen lassen wollten wir die Besichtigung mit einem Besuch im Museum, wobei uns leider wieder einmal die Oeffnungszeiten einen Strich durch die Rechnung machte und somit mussten wir uns mit der Eingangshalle des Museums zufrieden geben:(
Nach einem schnellen Stopp im modernen Mahkota Parade Shopping Complex und bei Burger King befanden wir uns auch schon wieder im Bus Richtung Busbahnhof, von wo aus wir den Luxus-Langstreckenbus nach Johor Bahru nahmen.

Tuesday, August 01, 2006

Dschungelbuch die Zweite:-))

Nachdem wir uns von den schoenen Perhentian Islands verabschiedet hatten, fuehrte uns unser naechster Weg in den aeltesten und groessten Nationalpark in Malaysia.
Mit 4343 Quadratkilometern ist der Taman Negara in der Mitte der Halbinsel, auf dem Gebiet der drei Bundesländer Pahang,
Terengganu und Kelantan verteilt. Taman Negara heisst einfach Nationalpark, er hat also keinen eigentlichen Namen. Er gehört zu den ältesten Dschungeln der Erde und seine vielfältige Flora und Fauna sind das Resultat einer ungestörten Entwicklung, die fast 130 Millionen Jahre dauerte.
Bekannt und beliebt ist der Park fuer jegliche Art von Trekking, Bootsfahrten, Natur- und Tierbeobachtungen und vielem mehr...
Drei Stunden dauerte die Bootsfahrt flussaufwaerts bevor wir im Herzen des Dschungels angelangten.
Erschoepft von der Anreise und den vielen Stufen bis zu unserer Unterkunft, bepackt mit unseren schweren Rucksaechen liessen wir uns erstmal in die Kissen fallen, bevor wir uns zu unserer ersten kleinen Wanderung, einer Badestelle, aufmachten.
Hier lernten wir kurz darauf eine Gruppe Maedels aus Norddeutschland kennen, mit denen wir uns fuer den naechsten Tag zu einer Bootsfahrt verabredeten.
In kleinen vierer Kajaks sollte es nach einer kurzen Wanderung zu einem Wasserfall gehen, wie wir allerdings feststellen mussten, verstehen die Malaien anscheinend etwas anderes unter einem Wasserfall als wir und so mussten wir uns mit ein paar Stromschnellen und einigen Felsen als Wasserfall zufrieden geben:-)))

Bereits im Vorhinein planten wir Rune und Martin, mit denen wir bereits in Laos fuer ein paar Tage gereist sind, hier im Nationalpark wieder zutreffen, um zusammen die eine oder andere Trekkingtour zu machen... gesagt getan, nur leider sah die Realitaet etwas anderst aus...
Eigentlich war ich nur noch auf eine ca. 2 stuendige Nachtwanderung und einem Trekking zum Canopy Walk (hier befindet man sich auf schmalen Haengebruecken, ca. 45 m ueber dem Boden inmitte der Baumkronen) eingestellt, ich liess mich allerdings nach stunden langen Ueberredungen von Irmela und den Jungs zu einer etwas anderen Art von Trekking ein.....
Von Adam wusste ich bereits, dass es moeglich ist Wanderungen zu Huetten im Dschungel zu unternehmen und dort fuer eine oder mehrere Naechte zu bleiben, hoerte aber auch dass es dort die meiste Zeit von Ratten nur so wimmelt und das auch die einzigen Tiere sind, die man naeher zu Gesicht bekommt... aber wie immer wollte ich mich natuerlich nicht als Spielverderber und Langweiler abstempeln lassen und ich liess mich auf das Abenteuer und dem fuenf Stunden Trekk ein....
Am naechsten Morgen sollte es los gehen. bepackt mit unserem kleinem Rucksack, vollgestopft mit Wasserflaschen, Snacks, Schlafzeug und Moskitospray machten wir uns gegen halb zehn auf den Weg. Unser erstes Ziel sollte der 45 min entfernte Canopy Walkway sein, wo wir auch gleich mal ( zu Irmelas und meinem Erfreuen) ca. 50 min. darauf warten mussten, bis wir in die Hoehe durften... von einer wackeligen Haengebruecke auf die Naechste fuehrte unser Weg ca. eine halbe Stunde durch die Baumkronen.
Zurueck am Boden, sollte dann jedoch das wahre Trekking beginnen.
Fuenf Stunden ueber Wurzeln, Wassergraeben, Holzstaemme, abgekommen vom Weg durch das Dickicht, an Seilen haengend steile Berge hinauf und wieder hinunter, von Blutegeln befallen, komplett durchgeschwitzt immer weiter, immer weiter....
mit jedem Schritt verfluchte ich mich mehr, mich auf dieses Abendteuer eingelassen zu haben und auch Irmela, die mich ja dazu ueberredet hatte, stimmte nach der Haelfte des Weges zu am naechsten Tag ein Boot zurueck zu nehmen...:-))))
Teilweise waren die Wege mit umgekippten Baeumen blockiert, so dass ich mich einmal sogar auf einem Baum herunterrutschen lassen musste, da es zu steil war um den Weg zu nehmen..
Und dann, endlich kammen wir an eine Wegschneisse mit der freudigsten Nachricht des ganzen Tages... 45 min bis zur Huette:-))
Die letzten Kraefte zusammen gerafft, hingen Irmela und Ich die Jungs nochmal ab, (die letztenendes auch zugeben mussten, ziemlich am Ende zu sein) und machten uns im Eilschritt auf den Weg zur Huette, in der Hoffnung dort einfach nur noch zu sitzen und sich nicht mehr bewegen zu muessen.
In der Huette angekommen traffen wir auf fuenf weitere Touristen, wobei nur Einer ebenfalls so verrueckt war wie wir.
Die Anderen liessen sich faulerweisse mit dem Boot bis in die Naehe der Huette fahren. Erschoepft liessen wir uns auf die Holzbaenke und Holzbetten fallen und genossen die letzten Reste unseres Proviants...
Nachdem wir uns noch ein bisschen der nicht vorhandenen Tiere widmeten beschlossen auch wir uns auf die gemuetlichen Holzpritschen ;-) zu legen und hoffentlich bis zum naechsten Morgen zu schlafen....
Doch zu meinem Pech war dem nicht so...
Gegen 1 Uhr Nachts wurde ich das erste mal vom Gekicher der Anderen geweckt, die belustigt dem Treiben der Ratten, die sich inzwischen in unserer Huette eingefunden haben, zu folgen..
Wie Irmela und Ich jedoch feststellen mussten, war es fuer uns alles andere als belustigend.
Zwei dieser Monster hatten ihren Spass daran gefunden sich durch Irmelas Rucksack zu fressen, um dort nicht wie ihr denkt all unser Essen vorzufinden, Nein.. unsere Essensvorraete hatten wir schoen vorschriftsmaessig an einem Seil an der Decke aufgehaengt.. das Einzige was die Ratten in Irmelas Rucksack vorfanden war zu erst natuerlich ihr Reisverschluss, den sie im grossen und ganzen durchfressen haben, weiter ging es zu ca. 5 Nuessen, die wahrscheinlich aus der Packung gefallen sind, die zweite Hauptspeise war die Verpackung des NoBite Insektengels und zu guter Letzt als Dessert gab es noch ein paar Antibabypillen...
Also im grossen und ganzen alles was ein Rattenherz begehrt:-)
Nachdem Irmela mutig die Raten in die Flucht geschlagen hat und versuchte noch ein bisschen ihres Rucksackes zu retten, liess ich mich verkrampft von den immer wieder auftauchenden Geraeuschen in einen leichten Schlaf fallen.
Leider hielt auch dieser nicht lange an:-(
Diesesmal hatte sich eine Ratte am Seil hinunter zu unserern Essenstuetten gehangelt und befand sich jetzt, wie im Schlaraffenland, inmitten von Reis, Kraeckern, Nuessen und Chicken ca. 1.5 m ueber dem Boden baumelnd..alles was ich dabei sehen konnte war eine rosa Tuette aus der ein langer Rattenschwanz heraus hing... mehr brauchte ich auch nicht um zu wissen, dass dies mein letztes Dschungelabenteuer sein wuerde.
Am naechsten Morgen packten wir in Windeseile unser Hab und Gut zusammen und machten uns im Eilschritt auf den Weg zur Bootsanlegestelle von wo aus uns ein Boot zurueck in die Zivilisation brachte. Hier verabschiedeten wir uns in Minuten von den Jungs, packten unsere Rucksaecke zusammen und nahmen den naechsten Bus der uns aus dem Dschungel brachte...
Voller Dreck, durchgeschwitzt und einfach nur fertig mussten wir dann auch noch 2 mal umsteigen bevor wir am fruehen Abend in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur ankammen.
BACK IN CIVILISATION:-)))))))))))))))))))))))))))))))))))